Es ist Fußball-Weltmeisterschaft, es ist Wimbledon, aber so langsam steigt auch das Tennis-Fieber in Nordhessen. In einer Woche, am Montag, 6. Juli, beginnen auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe 1896 die Glinicke Open. Seit diesem Jahr trägt das Traditionsturnier diesen Namen, der die Wilhelmshöhe Open ablöst. Es ist die wichtigste Neuerung bei der 27. Auflage und der Start in ein neues Kapitel beim ausrichtenden KTC. Mit der Umbennung steht man in Kassel übrigens nicht allein: Die International Tennis Federation hat letzte Woche ebenfalls offiziell ihren Namen von ITF in World Tennis geändert.
Auch mit der neuen Bezeichnung bleiben die Glinicke Open das höchstdotierte deutsche Herren-Turnier im Rahmen von World Tennis und DTB Internationals presented by Wilson. Insgesamt werden wieder 30.000 US-Dollar Preisgeld augeschüttet, der Sieger im Einzel erhält 4612 Dollar, die Doppel-Gewinner 1782.
Und die Meldeliste kann sich wahrhaft sehen lassen. Angeführt wird sie von einem hochinteressanten Spieler, der 2022 bei den Wilhelmshöhe Open im Doppel-Finale stand, an der Seite von Leopold Zima allerdings verlor: Tom Gentzsch. Da war er noch auf Rang 1476 in der ATP-Weltrangliste und im Einzel war bereits in der ersten Quali-Runde Schluss. Heute klopft der Ratinger an die Top 200 an. Mit Ranking 227 führt der 22-Jährige die Setzliste an (inzwischen hat er sich sogar auf Platz 217 verbessert). Tom Gentzsch kommt direkt aus Paris und London Kassel: Bei den French Open schied er in der dritten Qualifikations-Runde aus, in Wimbledon musste er sich in der zweiten Quali-Runde geschlagen geben. Für ihn waren es Premieren: Nie zuvor hatte Tom Gentzsch bei Grand Slams gespielt. Unter DTB-Bundestrainer Jan Velthuis hat er sich zur deutschen Nummer fünf hochgearbeitet, fernab aller Stützpunkte.
Nur viermal in der Wilhelmshöher Turniergeschichte war die Top-Position etwas höher als in diesem Jahr.
Ein Wiedersehen gibt es mit dem Vorjahresfinalisten Carlos Sanchez Jover (Spanien / ATP 371, an 4 gesetzt), von seinen starken Auftritten bis zum Endspiel 2025 in bester Erinnerung. Anton Matusevich (Großbritannien / ATP 385 / 5 ) gewann 2024 das Doppel in Kassel, sein Partner Kai Wehnelt sagte schon damals über ihn, dass da noch einiges zu erwarten sei. Und mit dem brasilianischen Dauerbrenner und Routinier Daniel Dutra da Silva (ATP 417 / 7) kommt der Finalist von 2024 wieder an die Burgfeldstraße.
Mit im Feld wird auch Lokalmatador Max Wiskandt (ATP 551) vom Gastgeber und Tennis-Zweitbundesligisten KTC Bad Wilhelmshöhe sein, auf ihn freuen sich vor allem die einheimischen Fans.
Neben Weltklasse-Tennis erwartet diese eine außergewöhnliche Atmosphäre mit Glinicke Lounge, Catering von den „fliegenden Köchen“ und ein buntes Rahmenprogramm mit Ladies Day (Mittwoch, 8. Juli, freier Eintritt und ein Glas Prosecco für Frauen, die ersten 50 erhalten Goodie-Bags), die Turnier-Party „Beef & Beer & Beats“ (Freitag, 10. Juli), KTC-Vorstellungstag (Montag, 6. Juli), Kids Day (Dienstag, 7. Juli) und vielem mehr.